Projektabgabe im Modul "Python for Data Science"

Um die bestmögliche User Experience mit diesem Notebook zu erhalten, empfehlen wir die Aktivierung der Funktion „Table of Content“ Extension. Diese ist auch in der HTML Version enthalten. Das gesamte Projekt, sowie dazugehörige Datensätze, können im folgenden GitHub-Folder, oder im lokalen ZIP-Verzeichnis, aufgerufen werden: https://github.com/andreashrb/Python_for_DS_Project.

Abstract

Immer wieder wird die Kriminalität in Deutschland in Medien und Gesellschaft thematisiert und Brennpunkte beleuchtet. Teilweise ist jedoch nicht hinreichend geklärt, welche Einflussfaktoren auf eine hohe Kriminalitätsrate oder bestimmte Straftaten wirken. Das Ziel dieses explorativen Python Projekts ist es, anhand der Kriminalitätsstatistik des Jahres 2020 , jährlich bereitgestellt durch das Bundeskriminalamt, mögliche Einflussfaktoren und Abhängigkeiten zur Kriminalitätsrate auf Kreisgebietsebene (der Bundesrepublik Deutschland) aus gesellschaftlicher und sozioökonomischer Sicht zu betrachten und zu bewerten. Die Data Preparation, d.h. Einlesen von Datensätzen und Aufbereitung sowie Zusammenführung zu einem zentralen Datensatz, wurde ausgegliedert und ist in jeweils eigenen Juypter Notebooks im lokalen ZIP-Verzeichnis oder im obigen, verlinkten GitHub-Folder zu finden.

Folgende Jupyter-Notebooks (im Ordner "interim_result" des o.g. GitHub-Folder) beinhalten die gesamten Schritte der, der Data Exploration vorangegangenen, Data Preparation:

Importieren des vorbereiteten Datensatzes

Deskriptive Statistik

Zum Einstieg in die weitere Analyse und Datenexploration sollen zunächst einige deskriptive Statistiken betrachtet werden. Aufgrund der Vielzahl der Spalten des Datensatzes werden einzelne, in sich geschlossene Bestandteile des Gesamtdatensatzes, separat voneinander deskriptiv analysiert.

Numerische Spalten

Deskriptive Statistiken - Kriminaldatensatz

Erkenntnisse aus der deskriptiven Statistik:

  1. Über alle Kreise und Straftatdelikte hinweg liegt die durchschnittliche Anzahl erfasster Straftaten/Fälle bei 558, während der Median bei 145 liegt. Somit gibt es einige wenige Ausreißer nach rechts (rechtsschiefe Verteilung). Die Spanne reicht von 0 bis 103.622 im Maximum.
  2. Von den durchschnittlich 558 erfassten Fällen handelt es sich durchschnittlich um 38 Versuche. Auch hierbei handelt es sich erneut um eine stark rechtsschiefe Verteilung (Median = 5, Max = 8.954).
  3. Bei 558 Fällen (im Durchschnitt über alle Straftatdelikte und Kreise) liegt der durchschnittliche Einsatz von Schusswaffen (sowohl bedroht, als auch geschossen) bei < 1. In weniger als einem von 558 Fällen wird also durchschnittlich eine Schusswaffe benutzt.
  4. Durchschnittlich 558 Straftaten werden von durchschnittlich 304 verschiedenen Tatverdächtigen begangen. Davon sind durchschnittlich lediglich 55 weibliche Tatverdächtige und 239 männliche Tatverdächtige erfasst worden. Davon Nichtdeutsche Tatverdächtige waren durchschnittlich 125.
  5. Durchschnittlich 11% aller erfassten Fälle waren lediglich Versuche ohne Vollendung der Straftat.
  6. Der Anteil Nichtdeutscher Tatverdächtiger liegt durchschnittlich beiu 33,82 %. Hierbei handelt es sich um eine nur leicht rechtsschiefe Verteilung (Median = 30,49%). Im Vergleich zu vielen anderen hier gelisteten Informationen entspricht dies am ehesten einer Normalverteilung

Deskriptive Statistiken - Erwerbstätigen- & Einkommensdaten

Erkenntnisse aus der deskriptiven Statistik:

  1. Das durchschnittliche verfügbare Einkommen über alle Kreise hinweg liegt bei 23.542€. Der Median liegt bei 23.412€. Somit handelt es sich um eine beinahe Normalverteilung des verfügbaren Einkommens über alle Kreise. Das kleinste durchschnittliche verfügare Einkommen liegt bei 17.015€, während das maximale verfügbare Einkommen pro Kopf bei 42.275€ liegt. Damit liegt das höchste Einkommen ca. 2,5-fach höher als das niedrigste verfügbare Einkommen pro Kopf.

  2. Die jahresdurchschnittliche Anzahl erwerbstätiger Personen über alle Kreise hinweg beträgt 112.894. Dass es sich auch hierbei um eine rechtsschiefe Verteilung handelt, wird deutlich, wenn man sich den Median von 74.700 erwerbstätigen Personen anschaut. Hierbei handelt es sich allerdings um absolute Werte, deren Verteilung auch in einer unterschiedlichen Bevölkerungsanzahl in verschiedenen Kreisen begründet sein kann.

Deskriptive Statistiken - Migrationsdatensatz Teil 1

Erkenntnisse aus der deskriptiven Statistik:

  1. Der durchschnittliche Anteil ausländischer Bürger an der Gesamtbevölkerung liegt über alle Kreise hinweg bei ca. 11%. Im Median beträgt der Ausländeranteil über alle Kreise hinweg 10,2%, was einer annähernden Normalverteilung entspricht. Die Spanne des durchschnittlichen Ausländeranteils reicht von 2,2% bis 36,9%.

  2. Der gewichtete Ausländeranteil nach Geschlechtern geht durchschnittlich leicht zu gunsten der männlichen Ausländer aus. Durchschnittlich, über alle Kreise hinweg, beträgt der Anteil männlicher Ausländer an der männlichen Bevölkerung ca. 11,93%, während es bei den weiblichen Ausländern ca. 10,21% sind. Die Spanne der Werte ist bei beiden Geschlechtergruppen ähnlich, ebenso ist die Verteilung der Werte annähernd normalverteilt - die weibliche Verteilung etwas rechtsschiefer.

  3. Lediglich durchschnittlich 30% der Ausländer kommen aus EU-Staaten. Rund durchschnittlich 56% aller Ausländer stammen aus Nicht-EU-Staaten. Die Verteilung der Nicht-EU-Ausländer ist (über alle betrachteten Kreise hinweg) fast vollständig normalverteilt. Wohingegen der Anteil der Ausländer aus EU-Staaten über alle Kreise hinweg leicht rechtsschief verteilt ist.

Deskriptive Statistiken - Migrationsdatensatz Teil 2

Erkentnnise aus der deskriptiven Statistik:

  1. Die durchschnittliche Bevölkerungsanzahl pro Kreis beträgt 207.369. Eine starke rechtsschiefe Verteilung wird untermauert durch den Median, der hier bei 155.117 liegt. Es scheint also einige wenige große, stark bevölkerte, Kreise zu geben, die den Mittelwert "nach rechts" schieben.

  2. Der Anteil der weiblichen und männlichen Bevölkerungsanteile ist ziemlich gleichverteilt. Durchschnittlich, über alle Kreise hinweg, beträgt der weibliche Bevölkerungsanteil ca. 105.059, während der männliche Bevölkerungsanteil bei 102.311 liegt.

  3. Die durchschnittliche Anzahl an Ausländern pro Kreis beträgt 26.397. Davon sind durchschnittlich 13.907 männliche Ausländer und 12.489 weibliche Ausländer. Die männlichen Ausländer haben hier also das leicht höhere Gewicht an der Gesamtzahl der Ausländer an der Gesamtbevölkerung. Beide Geschlechtergruppen der Ausländer sind rechtsschief verteilt, ähnlich, wie die kumulierten Bevölkerungszahlen. Somit unterstreicht dieser Fakt noch einmal die annähernde Normalverteilung beim Ausländeranteil in der Gesamtbevölkerung über die einzelnen Kreise hinweg.

Deskriptive Statistiken - Arbeitslosendatensatz

Erkenntnisse deskriptiv:

  1. Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitslosen pro Kreis / Stadt liegt bei 6.721 Menschen im Jahr 2020. Der Median von 4.103 zeigt eine deutliche Tendenz in Richtung rechtsschiefer Verteilung. Einige wenige Kreise bzw. Städte mit einer hohen Arbeitslosenzahl verschieben den Mittelwert damit "nach rechts". Dies zeigt auch der extrem Ausreißer von 192.644 Arbeitslosen in einem Kreis.
  2. Die durchschnittliche Anzahl der arbeitslosen Arbeitnehmer Deutschlands je Kreis / Stadt mit einem Alter zwischen 55 bis unter dem Renteneintrittsalter von 65 Jahren liegt deutlich über den beiden anderen Altergruppen (1.402).
  3. Es stechen außerdem besonders die durchschnittliche Anzahl "Arbeitslose Ausländer" (1.984) und "Arbeitslose Langzeitarbeitslose" hervor. Beide sind in Summe jeweils fast genauso hoch wie die durchschnittliche Arbeitslosenanzahl über die bereits genannten Altersgruppen.

Deskriptive Statistiken - Bundestagswahl

Erkenntnisse deskriptiv:

  1. Die durchschnittliche Wahlbeteiligung lag deutschlandweit bei 76,25 %. Die höchste Wahlbeteiligung konnte mit 85,5 % gemessen werden. Es liegt eine leicht linksschiefe Verteilung vor, jedoch schon sehr nahe an einer Normalverteilung.
  2. Die großen Volksparteien haben wie erwartet die meisten Stimmen für sich gewinnen können. So erzielen CDU/CSU und die SPD im Schnitt ca. 60.000 Stimmen je Kreis / Stadt und erzielen damit knapp 55% aller gültigen Zweitstimmen.
  3. Die durchschnittliche Anzahl der Wahlberechtigten beträgt 152.000 Menschen je Kreis / Stadt. Damit sind - bezogen auf die unter 1.1.4 ermittelte durchschnittliche Bevölkerungsanzahl von 207.369 - ca. 73 % der im Schnitt lebenden Menschen eines Kreises zur Teilnahme an der Bundestagswahl berechtigt.

Kategoriale Spalten

Erkenntnisse aus den kategorialen Spalten:

Die zwei kategorialen Spalten dieses Datensatzes sind "Straftat_Cluster" und "Stadt-/Landkreis". Insgesamt werden 22 Straftat Cluster über 380 eindeutige Städte und Landkreise betrachtet.

Explorative Datenanalyse

Im ersten Schritt der explorativen Analyse werden, um visuell einen besseren Eindruck und Überblick über den vorliegenden Datensatz zu erhalten, einige einzelne Variablen dargestellt, um im darauffolgenden Schritt dann Zusammenhänge zwischen einzelnen Variablen ausfindig zu machen.

Analyse des Kriminaldatensatzes

Verteilung der Anzahl der erfassten Kriminalitätsfälle (je Kreis und Straftatdelikt)

Erkenntnis: Die Anzahl der erfassten Kriminalitätsfälle je Kreis und Straftatdelikt haben eine enorm großen Wertebereich. Allerdings ist diese Variable, als absolute Größe, sicherlich auch stark beeinflusst durch die Bevölkerungszahl und eventuell auch die Bevölkerungsdichte der jeweiligen Kreise. Ein möglicher Zusammenhang zwischen der Bevölkerungszahl/Bevölkerungsdichte der jeweiligen Kreise und der Anzahl der Kriminalitätsfälle wird demnach im späteren Verlauf dieser Analyse noch genauer betrachtet.

Der Höchstwert erfasster Kriminalitätsfälle erreicht hier Berlin im Bereich der Straßenkriminalität mit insgesamt 103.622 erfassten Fällen im Jahr 2020.

Summe der erfassten Straftaten pro Straftatcluster

Erkenntnis: Im Bundesgebiet wurden im Jahr 2020 ca. 1.000.000 Fälle von Straßenkriminalität erfasst.

Ebenfalls sehr auffällig und mit einer hohen Fallzahl vertreten sind folgende Delikte:

Relativer Anteil der Summe aller erfassten Straftaten je Straftatcluster

Erkenntnis: Die Top 5 Strafdelikte sind:

  1. Straßenkriminalität
  2. Betrug
  3. Sachbeschädigung
  4. Einfache Körperverletzung
  5. Rauschgiftdelikte

Diese Strafdeliktcluster machen > 60% aller Straftaten aus.

Anzahl erfasster Straftaten je Bundesland

Erkenntnis: Die absolute Anzahl erfasster Straftaten ist im Bundesland NRW am Höchsten (mit Abstand).

Es folgen Bayern, Baden-Württemberg und Berlin.

Die absolute Größe der erfassten Straftaten ist an dieser Stelle vermutlich nicht der richtige Maßstab. Geeigneter wäre eine Betrachtung im Verhältnis zur Einwohnerzahl, da so die unterschiedliche Größe und Bevölkerungsanzahl in den einzelnen Kreisgebieten bei der Betrachtung der Kriminalitätsfälle Berücksichtigung findet.

Anzahl erfasster Straftaten je Bundesland: Vergleich zur Aufklärungsrate

Das unter 2.1.2 als Top-Straftat erfasste Delikt "Straßenkriminalität" weist unter den Top5 Kreisen / Städten eine sehr geringe Aufklärungsquote auf (<40 %). Interessant ist, dass wohl eine leichte Steigerung der Aufklärungsquote direkt eine deutliche Reduktion der erfassten Straftaten nach sich zieht, wie das Straftatcluster "Betrug" zeigt: Liegt die Aufklärungsquote in Berlin bei knapp über 40 %, liegt sie in Hamburg bei knapp über 50 %, was eine direkte Reduktion der Straftaten um fast 2/3 nach sich zu ziehen scheint.

Auffallend ist außerdem, dass Berlin häufig mit deutlichem Vorsprung einzelne Straftatcluster anführt und gleichzeitig eine niedrige Aufklärungsquote besitzt.

Kriminalitätsrate je Bundesland

Erkenntnis:

Entgegen der absoluten Anzahl erfasster Straftaten je Bundesland ist die Kriminalitätsrate (Anzahl erfasster Straftaten pro Kopf an der Gesamtbevölkerung des Bundeslandes) in Berlin, Bremen und Hamburg mit Abstand am Höchsten.

NRW, absolut als Spitzenreiter identifiziert, steht gemessen hinsichtlich der Kriminalitätsrate an Platz 4 auf der Liste der Bundesländer in Deutschland.

Im nächsten Schritt schauen wir uns die Kriminalitätsrate je Bundesland und Kreisgebiet in einer greographischen Kartendarstellung an.

Erkenntnise aus geographischer Darstellung:

Die geographische Darstellung bestätigt in erster Linie das vorangegangene Balkendiagramm. Die Einfärbung der Bundesländer orientiert sich an den Quantilen der Kriminalitätsrate über alle Bundesländer im Datensatz.

Berlin, Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen liegen mit ihrer Kriminalitätsrate von > 0.06 im oberster Quantil und sind entsprechend dunkelrot eingefärbt

Insbesondere im Süden von Deutschland ist die Kriminalitätsrate auf Bundeslandebene auffällig niedrig.

Kriminalitätsrate je Kreisgebiet

Erkenntnise aus geographischer Darstellung auf Kreisebene:

Auch auf Kreisebene wiederholt sich das Bild aus der Darstellung auf Bundeslandebene.

Allerdings ist auffällig, dass insbesondere die Kreisgebiete im Osten Deutschlands eine deutlich höhere Kriminalitätsrate aufweisen, als die Kreisgebiete in der Mitte und im Süden Deutschlands.

Tatverdächtige nach Geschlecht je Straftatdeliktcluster

Erkenntnisse: Die höchste Anzahl an Tatverdächtigen wurde im Straftatdelikt "Betrug" erfasst.

In der Differenzierung nach Geschlechtern stellt man fest, dass der Frauenanteil an den Tatverdächtigen in den Straftatdeliktclustern "Betrug" und "einfachem Diebstahl" am Höchsten ausfällt.

Jedoch ist die Mehrheit der Tatverdächtigen in allen Straftatclustern männlich.

Aufklärungsquote je Straftatdeliktcluster

Erkenntnis: Die niedrigsten Aufklärungsquoten über alle Kreise hinweg liegen mit > = 30% in den Strafdelikten Sachbeschädigung, Straßenkriminalität und Einbruchdiebstahl vor.

Die besten Aufklärungsquoten hingegen bestehen bei Straftaten in den Deliktarten "Widerstand gg. Vollstreckungsbeamte", "Beförderungserschleichung", "Erschleichen von Leistungen" und bei Straftaten gg. Asyl- und Aufenthaltsgesetze.

Auffälligkeit: Die Straftatdelikte mit geringen Aufklärungsquoten sind auch, wie oben dargestellt, i.d.R. Bestandteil der TOP-Straftaten im Bundesgebiet im Jahr 2020

Erkenntnis:

Bundesweit wurden die meisten Kriminalitätsfälle im Straftatdelikt "Straßenkriminalität" erfasst, während dieses Straftatdelikt bundesweit die geringste Aufklärungsquote aufweist.

Ein ähnliches Bild spielgelt sich mit Blick auf das Straftatdelikt "Sachbeschädigung" wieder. Eine geringe Aufklärungsquote resultiert in einer hohen Anzahl erfasster Fälle.

Tendenziell werden weniger Fälle (absolut) erfasst, wo die Aufklärungsquote höher ausfällt. Allerdings bestimmen, bei einzelnen Deliktarten, auch Ausnahmen die Regel, wie z.B. das Straftatdelikt "Betrug".

Nichtdeutsche Tatverdächtige je Straftatdelikt

Erkenntnis: Logischerweise ist die Beteiligung Nichtdeutscher Tatverdächtiger insbesondere bei Delikten gg. das Asyl- und Aufenthaltsgesetz am Höchsten und sticht mit fast 100% hervor.

Allerdings gibt es auch darüber hinaus noch einige weitere Straftatdelikte, bei denen die Beteiligung nichtdeutscher Tatverdächtiger besonders signifikant und überdurchschnittlich (> 33%) ist.

  1. Urkundenfälschung
  2. Beförderungserschleichung
  3. Erschleichen von Leistungen
  4. Einbruchdiebstahl
  5. Einfacher Diebstahl
  6. Schwere Körperveletzung
  7. Raub
  8. Gewalt

Hinweis: Das sind nicht die TOP-Straftaten (bundesweit) im Jahr 2020

Analyse der Erwerbstätigen- und Einkommensdaten

Verteilung der verfügbaren Einkommen je Einwohner je Kreisgebiet

Erkenntnis: Kreisgebiete ab einem verfügbaren pro Kopf Einkommen von 30.000 € sind Ausreißer am oberen Ende aller Kreise. Es handelt sich dementsprechend um eine relativ stark rechtsschiefe Verteilung. Die Spanne der verfügbaren Einkommen pro Kopf in deutschen Kreisgebieten reicht von ca. 17000 € bis hin zu 30.000 €. Eine relativ starke Ungleichverteilung der Einkommen.

Durchschnittlich verfügbare Einkommen je Bundesland

Erkenntnis: Die durchschnittlichen verfügaren Einkommen pro Einwohner in den einzelnen Kreisgebieten Deutschlands sind, aggregiert pro Bundesland, in Baden-Württemberg und Hamburg am Höchsten. An dritter Stelle folgt Bayern.

Das geringste Einkommen pro Kopf haben die Bürger aus Bremen und Sachsen-Anhalt.

Ausgenommen von Bremen, sind die Ostdeutschen Bundesländer im durchschnittlichen Einkommen pro Kopf in ihren Kreisgebieten den westdeutschen Bundesländern unterlegen.

Anmerkung: Trotz hohem verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen hat Hamburg eine relativ hohe Kriminalitätsrate. Dennoch lässt der Einkommensvergleich auf Bundeslandebene vermuten, dass ein Zusammenhang zw. Einkommen und Kriminalitätsrate besteht. Die einkommensschwächeren ostdeutschen Bundesländer verzeichnen eine, relativ betrachtet, höhere Kriminalitätsrate als andere Bundesländer (s. oben: Kriminalitätsraten je Bundesland)

Kriminalitätsrate in Abhängigkeit zum verfügbaren Einkommen pro Kopf

Erkenntnis: Ein leicher Zusammenhang zw. dem verfügbaren EInkommen pro Kopf und der normierten Kriminalitätsrate (Anzahl erfasster Fälle pro Kopf) ist erkennbar.

Liegt im Kreisgebiet ein geringeres Pro-Kopf-Einkommen vor, liegen mehr Straftatdelikte pro Einwohner vor. Ein höheres Pro-Kopf-Einkommen führt zu einer geringeren Kriminalitätsrate.

Die Datenwolke ist relativ breitflächig und gestreut, dennoch lässt sich hier ein negativer (degressiv fallend) Zusammenhang erkennen.

Interessant wäre im nächsten Schritt zu ergründen, welche Straftatdelikte, insbesondere in Kreisen mit geringerem Pro-Kopf-Einkommen und erhöhter Kriminalitätsrate, erfasst wurden. Ebenso interessant wäre die Kriminalitätsdelikte herauszufinden, die in eher "reicheren" (höheres Pro-Kopf-Einkommen) und geringerer Kriminalitätsrate erfasst werden.

Verteilung der erwerbstätigen Personen je Kreisgebiet

Erkenntnisse: Kreisgebiete mit > 200.000 Erwerbstätigen sind Ausreißer (nach rechts). Dies kann selbstverständlich auch auf eine deutlich überdurchschnittlichen Bevölkerungszahl zurückzuführen sein. An dieser Stelle wäre eine relative Betrachtung (im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung) interessanter und wird an späterer Stelle noch einmal aufgegriffen.

Verteilung der erwerbstätigen Personen je Branche über alle Kreisgebiete

Erkenntnis: Am breitesten Gestreut sind die Zahlen der Erwerbstätigen pro Kreisgebiet in der Branche der Land- und Forstwirtschaft, wobei die absolute Zahl der Erwerbstätigen in dieser Branche eher eine Minderheit an den Gesamterwerbstätigen der anderen Branchen über alle Kreise ausmacht. Die breite Streuung der Anzahl der Erwerbstätigen in dieser Branche kommt vermutlich dadurch, dass diese Branche eher in Kreisgebieten ländlicher Regionen vertreten ist (mit entsprechend vielen Wald- und Naturflächen), während in Kreisgebieten bzw. kreisfreien Städten, die weniger ländlich gelegen sind, weniger Betriebe der Forstwirtschaft angesiedelt sind.

Bei der Anzahl der Erwerbstätigen gibt es in allen Branchen relativ extreme AusreißerDas deutet auf eine mögliche Kreis- oder Bundeslandspezifische Verteilung bzw. Ballung der einzelnen Branchen hin. Die einzelnen Kreisgebiete scheinen demnach durchaus strukturelle Unterschiede in dieser Hinsicht aufzuweisen.

Analyse der Migrations- und Bevölkerungsdaten

Anzahl erfasster Straftaten über alle Kreise und Straftatdelikte in Abhängigkeit zur Bevölkerungsanzahl

Erkenntnisse: Der Zusammenhang der Bevölkerungszahl im Verhältnis zu den erfassten Straftaten ist scheinbar positiv. Ein leichter Anstieg der Straftaten bei steigender Bevölkerungszahl zeigt diesen Zusammenhang visuell auf. Eindeutiger könnte es eventuell werden, wenn die Bevölkerungsdichte (Einwohner pro km2) betrachtet wird.

Dabei stechen allerdings keine einzelnen Straftaten hervor.

Anzahl erfasster Straftaten in Abhängigkeit zur Bevölkerungsdichte

Erkenntnis: Auf Bundeslandebene lässt sich kein klarer Zusammenhang zw. Bevölkerungsdichte und der Anzahl der erfassten Delikte definieren. Ein Blick auf Kreisebene würde die Anzahl der Datenpunkte erhöhen und ein granulareres Bild liefern.

Erkenntnis: Auch auf Kreisebene (mehr Datenpunkte als auf Bundeslandebene) lässt sich kein klarer Zusammenhang zwischen der Bevölkerungsdichte eines Kreisgebiets und den dort erfassten Strafdelikten im Jahr 2020 erkennen. Eine leichte Tendenz, ein leicht positiver Zusammenhang, lässt sich hier erahnen. Allerdings streut der Plot ab einer Bevölkerungsdichte von 2000 Einwohnern pro km2 sehr stark, sodass keine Eindeutigkeit des Zusammenhangs behauptet werden kann.

Die Bevölkerungsdichte sollte im Folgenden noch mit der Kriminalitätsrate (Anzahl erfasste Fälle je Einwohner) auf Abhängigkeiten geprüft werden.

Kriminalitätsrate in Abhängigkeit zur Bevölkerungsdichte

Erkenntnis:

Die Kriminalitätsrate steigt mit steigender Bevölkerungsdichte signifikant.

Kreisgebiete mit relativ hoher Bevölkerungsdichte weisen deutlich höhere Kriminalitätsraten auf. Ausnahmen bestimmen die Regel - es gibt demnach Ausreißer in Form von Kreisgebieten, die trotz hoher Bevölkerungsdichte eine recht geringe Kriminalitätsrate aufweisen.

Verteilung der Beschäftigtenquote je Kreisgeebiet

Erkenntnis: Linksschiefe Verteilung der Beschäftigungsquoten. Mittelwert liegt zwischen 60 und 65%. Einige wenige Kreisgebiete haben sogar Beschäftigungsquoten nahe 70%. Auf der anderen Seite haben ebenso einige Kreisgebiete Beschäftigungsquoten < 55%.

Erkenntnis: Annähernde Normalverteilung der Beschäftigungsquoten der ausländischen Bürger je Kreisgebiet.

Der Wertebereich, also die Spanne der Beschäftigungsquote unter Ausländern, ist allerdings deutlich größer.

Sie reicht von ca. 15% bis über 70%. Der Mittelwert der Beschäftigungsquote unter Ausländern, wie im Histogramm ersichtlich, liegt bei ca. 50%, was deutlich niedriger ist, als die Beschäftigungsquote in der Gesamtbevölkerung.

Kriminalitätsrate je Kreisgebiet in Abhängigkeit zur Beschäftigungsquote

Erkenntnis:

Ein Zusammenhang zwischen der Kriminalitätsrate und der Beschäftigungsquote der Gesamtbevölkerung eines Kreisgebiets kann, unter Berücksichtigung einiger Ausreißer, angenommen werden.

Es liegt ein leicht negativer Zusammenhang vor.

Je niedriger die Beschäftigungsquoten (ergo: je höher die Arbeitslosenquote), desto höher sind tendenziell die Kriminalitätsfälle pro Kopf (Kriminalitätsrate).

Verteilung der Ausländeranteile je Kreisgebiet

Erkenntnis: Die Verteilung der Ausländer (Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung) über alle deutsche Kreise scheint sehr unterschiedlich zu sein. Die Ausländeranteile reichen von < 5% bis hin zu > 30 %. Analog verhält es sich mit den geschlechterspezifischen Ausländeranteilen an der Gesamtbevölkerung des jeweiligen Geschlechts.

Somit scheinen ausländische Bürger sehr ungleich auf die einzelnen Kreisgebiete verteilt zu sein.

Ausländeranteile je Bundesland

Erkenntnis: Der Ausländeranteil ist in Berlin am Höchsten. Es folgt Bremen, Hamburg, Baden-Württemerg und Hessen. In diesen 5 Bundesländern leben fast 50% aller ausländischen Bürger in Deutschland.

Kriminalitätsrate in Abhängigkeit zum Ausländeranteil

Erkenntnis:

Ein Zusammenhang zw. Ausländeranteil und Kriminalitätsrate scheint zu bestehen. Die Bundesländer mit dem höchsten Ausländeranteil weisen ebenso die höchste Kriminalitätsrate auf. Es gibt Ausnahmen, z.B. Hessen, Baden-Württemberg und auch Bayern und Rheinland-Pfalz.

Anmerkung: Ebenso besteht ein Zusammenhang zw. verfügbarem Einkommen pro Einwohner und der Kriminalitätsrate. Ausländische Bürger haben, wie weiter oben im Rahmen der explorativen Analyse aufgezeigt, ein geringeres durchschnittliches Einkommen pro Kopf.

Erkenntnis:

Ein geringer Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung deutscher Kreisgebiete scheint, dem Scatterplot folgend, eine relativ geringe Kriminalitätsrate aufzuweisen.

Ein höherer Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung auf Kreisebene wirkt sich leicht negativ auf die Kriminalitätsfälle pro Kopf aus.

Auch wenn die Streuung relativ breit ist, lässt sich ein leicht positiver Zusammenhang erkennen.

Wie bereits eingangs in der Analyse einzelner Variablen des Migrationsdatensatzes (s. Kapitel 3.3) dargestellt, ist die Erwerbsquote bei ausländischen Bürgern in deutschen Kreisgebieten durchschnittlich deutlich niedriger, als die Erwerbsquote der Gesamtbevölkerung. Der Zusammenhang der Kriminalitätsrate zum rel. Anteil der Erwerbstätigen in deutschen Kreisgebieten wurde etwas weiter oben bereits aufgezeigt.

Dieser Scatterplot bestätigt diesen dreidimensionalen Zusammenhang (Ausländischer Bürger <> Geringe Erwerbstätigenquote <> Höhere Kriminalitätsrate) noch einmal.

Außerdem lässt die, ebenfalls weiter oben bereits dargestellte, Tatsache, dass bei hohen Kriminalitätsraten in geringeren Einkommensbereichen i.d.R. die Strafdelikte "Diebstahl einfach" und/oder "Straftaten gg. Asyl- und Aufenthaltsgesetze" erfasst werden, darauf schließen, dass der rel. Anteil der Tatverdächtigen, die Diebstahlsdelikte begehen, ausländisch sein könnten. Diese Hypothese gilt es im Folgenden zu überprüfen.

Erkenntnis: Der Anteil der Nicht-EU-Ausländer ist in Hamburg am Höchsten. Darauf folgt Sachsen-Anhalt, Bremen, Berlin und Brandenburg. Die Spanne der Werte je Bundesland reicht von durchschnittlich 50% bis hin zu fast 70%.

Anmerkung: Bundesländer mit hoher Kriminalitätsrate und hohem Ausländeranteil haben gleichzeitig relativ hohen Anteil an Nicht-EU-Ausländern.

Erkenntnis: Der Anteil der EU-Ausländer ist in Bayern am Höchsten. Darauf folgen Baden-Württemberg, das Saarland und Rheinland-Pfalz. Die Spanne der Werte reicht hier von knapp > 30% (im Durchschnitt über alle Kreise der Bundesländer) bis hin zu etwas > 50%.

Anmerkung: In Bundesländern, wie Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, mit überdurchschnittlichem Ausländeranteil und trotzdem relativ geringer Kriminalitätsrate leben vorwiegend (zu größeren Teilen) Ausländer aus EU-Staaten stammend.

Erkenntnis: In ziemlich allen Bundesländern ist der dominierende Anteil der Ausländer mit einer Aufenthaltsdauer von 2-10 Jahren.

Auffällig niedrig ist der Anteil der Ausländer mit einer Aufenthaltsdauer von > 25 Jahren in Meckenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch in Brandenburg ist diese Gruppe mit einem nur relativ geringen Anteil vertreten.

Gleichermaßen sind in diesen Bundesländern jene Ausländeranteile mit einer Aufenthaltsdauer von > 2 Jahren etwas erhöht.

Analyse der Arbeitslosenstatistik

Verteilung der Anzahl der Arbeitslosen je Kategorie je Kreisgebiet

Es lässt sich feststellen, dass Kreise / Städte ab einer Arbeitslosenanzahl von ca. 20.000 die Außreißer am oberen Ende bilden. Daneben wird ein sehr starker Ausreißer von knapp unter 200.000 Arbeitslose festgestellt. Die Spanne der Arbeitslosen reicht von wenigen Hundert bis hin zu ca. 20.000 Menschen. Somit handelt es sich dabei um eine extrem rechtsschiefe Verteilung.

Durchschnittliche Anzahl Arbeitslose je Bundesland

Erkenntnis: Führend im Ranking der durchschnittlichen Anzahl der Arbeitslosen in einzelnen Kreisgebieten Deutschland ist mit weitem Abstand Berlin, welches damit den Ausreißer aus 3.1 begründet. Die Stadtstaaten Hamburg und Bremen folgen, jedoch mit weitem Abstand.

Die geringeste Arbeitslosenanzahl haben Thüringen und Bayern.

Insgesamt bewegt sich die Anzahl der Arbeitslosen aber - trotz Corona im Jahr 2020 - auf einem eher niedrigen Niveau.

Anmerkung: Das Ranking der Kriminalitätsraten führen ebenfalls Berlin, Hamburg und Bremen an. Es lässt sich daher vermuten, dass ein Zusammenhang zwischen Arbeitslosenzahlen und Kriminalitätsraten bzw. erfassten Straftatfällen herrscht. Dies soll im Folgenden nun noch einmal kurz untersucht werden.

Anzahl erfasster Straftaten in Abhängigkeit zur Anzahl der Arbeitslosen je Kategorie

Erkenntnis: Wie bereits oben kurz erwähnt, lässt sich ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Arbeitslosen und der Anzahl der erfassten Fälle an Straftaten feststellen. Dies ist sowohl über die einzelnen Kategorien der Arbeitslosenzahlen als auch beim Vergleich der Kriminalitätsrate in Abhängigkeit zur Arbeitslosenquote bezogen auf die zivilen Erwerbspersonen zu erkennen.

Es liegt insgesamt ein positiver Zusammenhang vor: Liegt in einem Kreis oder Stadt eine erhöhte Arbeitslosigkeit vor, so werden auch mehr Straftaten erfasst. Eine niedrige Arbeitslosenquote führt zu einer geringeren Kriminalitätsrate.

Analyse der Daten zur Bundestagswahl 2021

Verteilung der Zweitstimmen je Kreis / Stadt

Erkenntnis: Die Verteilung der Zweitstimmen je Partei der vergangenen Bundestagswahl über die deutschen Kreise und Städte ist unterschiedlich. Besitzen die großen Volksparteien (CDU/CSU und SPD) eine große Spanne (<50.000 bis hin zu > 175.000 Stimmen), verringert sich diese bei den kleineren Parteien deutlich (z.B. AfD: < 75.000 insgesamt).

Anzahl der Zweitstimmen je Partei je Bundesland

Wahlbeteiligung je Bundesland

Insgesamt ist eine recht hohe Wahlbeteiligung zu verzeichnen. Mit Ausnahme von Bremen und Sachsen-Anhalt liegen alle Bundesländer über einer 70% Wahlbeteiligung.

Im Folgenden soll nun einmal geprüft werden, ob sich Zusammenhänge zwischen der Wahlbeteiligung und der Kriminalitätsrate feststellen lassen.

Vergleich Wahlbeteiligung zur Kriminalitätsrate

Erkenntnis:

Ein Zusammenhang zwischen der Kriminalitätsrate und der Wahlbeteiligung in jedem Kreisgebiet, kann trotz einiger Ausreißer grundsätzlich angenommen werden.

Je niedriger die Wahlbeteiligung, desto größer ist tendenziell die Kriminalitätsrate bzw. erfassten Straftaten. Somit liegt ein leicht negativer Zusammenhang vor. Somit lassen sich auch die Wahlbeteiligungen in Bremen und Sachsen-Anhalt einordnen.

Analyse der Daten zu beruflichen und schulischen Absolventen

Verteilung der beruflichen Absolventen

Erkenntnis:

Die Anzahl der beruflichen Absolventen je Kreis hat einen relativ großen Wertebereich. Jedoch lassen sich Kreise mit mehr als 2.000 Absolventen als Ausreißer festhalten. Es handelt sich daher um eine sehr stark rechtsschiefe Verteilung. Die Spanne der Absolventen reicht von 0 bis hin zu knapp unter 2.000.

Durchschnittliche Anzahl beruflicher Absolventen je Bundesland

Erkenntnis:

Trotz einer hohen Arbeitslosenanzahl (siehe Kapitel 4.4.2) besitzen Berlin und Hambrug die mit Abstand meisten beruflichen Absolventen im Jahr 2020.

Auf den ersten Blick kann damit auch ein Zusammenhang mit einer hohen Kriminalitätsrate ausgeschlossen werden, da Berlin und Hamburg hier ebenfalls vorne liegen (vgl. 4.1.6)

Kriminalitätsrate je Kreisgebiet in Abhängigkeit zu beruflichen Absolventen pro Kopf

Um die unterschiedlichen Bevölkerungsanzahlen der Kreisgebiete bei der Betrachtung der Absolventenanzahl zu berücksichtigen, wird eine Absolventenanzahl pro Kopf je Kreis berechnet.

Erkenntnis:

Wie bereits im vorherigen Absatz vermutet, kann nur ein geringer Zusammenhang zwischen der Absolventenanzahl je Kreis und der Kriminalitätsrate abgeleitet werden. Mit etwas Interpretationspielraum lässt sich ein leicht positiver Zusammenhang erkennen.

Mit zunehmender Absolventenzahl pro Kopf nimmt auch die Kriminalitätsrate zu.

Hier muss aber beachtet werden, in wie weit diese Korrelation sinnhaft erklärt werden kann, da man bei einer steigenden Absolventenzahl auch von einer niedrigen Arbeitslosigkeit ausgeht, die - wie in vorherigen Kapiteln bereits festgestellt - eher für sinkende Kriminalitätsraten sorgt.

Verteilung der allgemeinen / schulischen Absolventen

Erkenntnis:

Starke Rechtsschiefe Verteilung, bei der ein Mittelwert zwischen 0 und 5.000 Absolventen liegt. Es existieren einige wenige Ausreißer mit Absolventenzahlen nahe 30.000 Schülerinnen und Schüler.

Anzahl der schulischen Absolventen je Schulart insgesamt

Erkenntnis:

Die meisten schulischen Absolventen entstammen dem Gymnasium, gefolgt von Hauptschulabschlüssen. Auffallend hoch ist auch die Anzahl derjenigen ohne jeglichen Abschluss (ca. 50.000). Der geringe Anteil der Fachhochschulreife resultiert wohl daraus, dass dieser Bildungsweg nur in einigen wenigen Bundesländern angeboten wird.

Kriminalitätsrate im Vergleich zur Anzahl der schulischen Absolventen pro Kopf je Kreis

Erkenntnis:

Auch zwischen der Kriminalitätsrate und den Zahlen der schulischen Absolventen im Jahr 2020 lässt sich nur ein wenig aussagekräftiger Zusammenhang erkennen.

Eine leichte Tendenz (negativer Zusammenhang) kann zwar erahnt werden, jedoch reicht diese nicht aus, um einen eindeutigen Zusammenhang feststellen zu können, da ab ca. 0.008 Absolventen pro Kopf die Streuung enorm zunimmt.

Fazit

Die Kriminalitätsrate (Anzahl erfasster Straftaten pro Einwohner) ist in Berlin, Bremen und Hamburg mit Abstand am Höchsten. Sie werden gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, während Nordrhein-Westfalen auf Ebene der Bundesländer der Spitzenreiter hinsichtlich der absoluten Anzahl Straftaten im Jahr 2020 war. Durch die Betrachtung der Kriminalitätsrate (Anzahl erfasste Fälle je Einwohner) wird das Bild der absoluten Anzahl Straftaten relativ im Verhältnis zur Größe (Bevölkerungsanzahl) betrachtet, was den Vergleich zwischen einzelnen Bundesländern und Kreisgebieten in Deutschland vereinfacht.

Verschafft man sich einen Überbklick über die Anzahl der erfassten Straftaten je Straftatdelikt, wird deutlich, dass ca. 5 Straftatdelikte mehr als 60% aller Straftaten im Bundesgebiet verursachen. Die TOP-5-Straftatdelikte sind:

  1. Straßenkriminalität (20,7%)
  2. Betrug (14,8%)
  3. Sachbeschädigung (11,7%)
  4. Einfache Körperverletzung (7,6%)
  5. Rauschgiftdelikte (7,3%)

Hinsichtlich der Kriminalitätsrate ist weiterhin auffällig, dass insbesondere die Mitte und der Süden von Deutschland in nahezu allen Kreisgebieten eine außerordentlich geringe Krmiminalitätsrate aufweisen.

Hinsichtlich der Tatverdächtigen über alle Straftatdelikte hinweg lässt sich erkennen, dass insbesondere männliche Personen straffällig werden. Dennoch gibt es die eine oder andere Straftat, die zu größeren Teilen auch von weiblichen Personen begangen werden bzw. bei denen weibliche Tatverdächtige in Frage kommen. Insbesondere bei Delikten wie "Betrug" und "einfachem Diebstahl" lässt sich vermehrte Frauenbeteiligung feststellen. Dennoch haben auch bei diesen Straftatdelikten, im direkten Vergleich, die Männer immer noch die Nase vorn.

Die Aufklärungsquote je Straftatdelikt im gesamten Bundesgebiet ist bei den Delikten "Einbruchdiebstahl", "Straßenkriminalität" und "Sachbeschädigung" mit Abstand am niedrigsten und liegt unter 30%. Hier lässt sich bereits ein zu vermutender Zusammenhang zur Kriminalitätsrate bzw. absoluten Anzahl an Straftaten in diesen Delikttypen erkennen. Tendenziell sind die Anzahl der erfassten Straftaten bei Delikttypen mit hoher Aufklärungsquote etwas geringer.

Betrachtet man die Einkommensverteilung über alle Kreisgebiete bzw. Bundesländer in Deutschland, stellt man fest, dass die Spanne der Einkommen pro Kopf auf Kreisebene von ca. 17.000€ bis hin zu 42.000€ reicht. Eine extreme Ungleichverteilung auf Kreisebene in Deutschland. Zieht man nun Vergleiche zwischen der Kriminalitätsrate und der durchschnittlich verfügbaren Einkommen in Deutschland auf Kreisebene, stellt man fest, dass ein leichter Zusammenhang zw. Kriminalität und Einkommen vermutet werden kann. Je höher das Einkommen pro Kopf in einem Kreisgebiet zu sein scheint, desto tendenziell niedriger ist die Kriminalitätsrate.

In diesem Zusammenhang ist es nicht verwunderlich, dass ebenso eine Korrelation der Kriminalitätsrate auf Kreisebene in Deutschland mit der Beschäftigtenquote/Arbeitslosenquote der Bürgerinnen und Bürger einhergeht. Das durchschnittliche verfügbare Einkommen pro Kopf wird sicher stark von der Arbeitslosenquote/Beschäftigtenquote im Kreisgebiet beeinflusst. Entsprechend liegt zw. der Kriminalitätsrate und der Beschäftigtenquote auf Kreisgebietsebene in Deutschland ein negativer Zusammenhang vor. Eine steigende Beschäftigtenquote / sinkende Arbeitslosenquote führt zu tendenziell weniger Kriminalitätsfällen und einer geringeren Kriminalitätsrate. Diese Annahme bestätigt auch die Analyse der Daten zu den Arbeitslosen: eine steigende Anzahl an Arbeitslosen in einem Kreis geht direkt mit einem Anstieg der Kriminalitätsrate einher.

In diesem Kontext ist es ebenso interessant, die durchschnittliche Beschäftigtenquote der Gesamtbevölkerung und durchschnittliche Beschäftigtenquote der Ausländer zu betrachten. Hier wird deutlich, dass die durchschnittliche Beschäftigtenquote der Gesamtbevölkerung bei ca. 63% liegt, während bei den Ausländern die Beschäftigtenquote bei durchschnittlich ca. 50% liegt. Ein herber Unterschied, der sich auch auf eine Korrelation der Kriminalitätsrate mit dem Ausländeranteil im jeweiligen Kreis-/Bundeslandgebiet niederschlägt. Auffällig dabei ist, dass die Bundesländer mit den höchsten Kriminalitätsraten auch den höchsten Ausländeranteil aufweisen. Jedoch ist ebenso auffällig, dass in diesen Bundesländern der Anteil der Nicht-EU-Ausländer etwas höher ausfällt als in jenen Bundesländern oder Kreisgebieten, die trotz hoher Ausländeranteile an der Gesamtbevölkerung keine erhöhte Kriminalitätsrate aufweisen, z.B. Baden-Württemberg, Bayern oder das Saarland.

Ein Zusammenhang zwischen den Daten zur Bundestagswahl und der Kriminalitätsrate kann ebenfalls bestätigt werden. So weisen tatsächlich Bundesländer mit einer erhöhten Kriminalitätsrate auch die geringeste, durchschnittliche Wahlbeteiligung je Kreis auf.

Leider wenig Zusammenhänge lieferten die Anzahl der beruflichen und schulischen Absolventen. Der Faktor Bildung wird zwar immer wieder als wichtiger Faktor zur Bekämpfung von Kriminalität angebracht, konnte mit den gewählten Datensätzen jedoch nicht ausreichend abgebildet werden, um konkrete Schlussfolgerungen eines Einfluss auf mögliche hohe oder niedrige Kriminalitätsraten abzubilden.

Ein Gesamtzusammenhang zw. der Kriminalitätsrate, dem verfügbaren Einkommen pro Kopf, dem Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung und der Beschäftigtenquote kann bis hierhin zusammenfassend unterstellt werden. Aufgrund des Zusammenhangs der Kriminalitätsrate zur Beschäftigtenquote, ist auch der Einfluss der Arbeitslosenquote auf die Kriminalitätszahlen nicht von der Hand zu weisen. Daneben zeigt sich auch bei der Wahlbeteiligung eine zumindest geringe Abhängigkeit zur Kriminalitätsrate. Hier ließe sich schlussfolgern, dass Bundesländer und Kreisgebiete mit relativ geringer (bundesweit unterdurchschnittlicher) Wahlbeteiligung eine tendeziell höhere Kriminalitätsrate aufweisen.